Da geb ich dir im Grunde recht.
Eine Modeerscheinung ist da tatsächlich draus geworden. Aber wirklich negativ finde ich das nur, wenn auch daraus wieder so ein Tunierwahnsin entsteht, der nichts mehr mit der "Reitweise" zu tun hat.
Ich bin seit 7 Jahren dabei und freu mich eigentlich darüber, daß viele ihre Art zu reiten überdenken. Das ist seit diesem Hype vermehrt entstanden. Es muss ja nicht immer der völlige Umwurf sein, aber viele wurden etwas sensibilisiert für die "feine Reiterei".
Ich hoffe, daß es durch die Mode nicht zu sehr belächelt wird und wir nicht mehr nur als Kostumreiter belächelt werden.

Die Gefahr ist leider immer da. Das geht allen Modereitweisen wohl schon so. Was wohl oft nicht gesehen wird, daß damit nichts neues erfunden wurde, sondern was altes wieder auferlebt wird. Und man zu dem ursprüglichen wieder zurück kommt.
Grundsätzlich sollte es in jeder Reitweise pferdegerecht und "leicht" zugehen. Leider hat es sich in der englischen ja irgendwie in eine andere Richtung bewegt. Ich möchte nicht damit sagen, daß alle so sind, aber es hat sich in eine "Kraftreiterei" entwickelt. Der Ursprung war bestimmt auch nicht so. Ich möchte auch gar nicht die FN oder alle Tunierreiter verurteilen. Da passiert ja gerade was und ich hoffe es geht positiv aus.
Die iberische- und Westernreiterei ist sich grundsätzlich wohl sehr ähnlich. Es sind Arbeitsreitweisen, mit dem selben Ziel, aber einer etwas anderen Ausführung. Der große Unterschied ist wohl die Versammlung.
Auch die iberische Reiterei ist durch dubiose Bereiter aus Spanien oder Deutschland bald nicht mehr das, was sie eigentlich sein sollte. Da muss ebenfalls aufgepasst werden.
Was mir an beiden Reitweisen gefällt (ich reite beide und nutze sie je nach Typ des Pferdes), ist die Arbeit an der Hand und die , ich sag jetzt mal, genauere Ausbildung des Pferdes. Es wird bis ins Detail erarbeitet und eine korrekte Anlehnung und Versammlung ist das wichtigeste dabei. Jeder Schritt ist gut durchdacht und sollte mit viel Feinheit und Losgelassenheit geschehen.
Auch wenn jetzt vielleicht einige Englischreiter aufspringen und schreien, aber der Kontakt zum Pferdemaul sollte (vor allem in der Légèreté) weitaus weicher und feinfühliger, als in der Englischen. Es ist immer nur ein feiner Kontakt da, kein dauerhafter Kontakt. Es gibt so einige deutliche Unterschiede. Für mich am idealsten. Was aber nicht zwingend für jeden gelten muss.