ich habe eine Bekannte, die Probleme mit ihrer 8-jährigen Friesenstute hat.
Die Bänder um das Knie halten die Kniescheibe nicht, so dass die Scheibe immer wieder herausspringt.
Laut Tierärztin wäre das ein typisch friesisches Phänomen, das zwar nicht bei allen Friesen, aber doch bei einigen vorkommt. Erst im Alter von circa 8 Jahren sollen sich die Bänder angeblich so regenerieren, dass damit die Probleme behoben seien. Ehrlich gesagt, kommt mir das nicht so richtig glaubhaft vor und deshalb meine Fragen:
Kennt Ihr solche Probleme auch von Friesen? Wie geht Ihr damit um? Was wisst Ihr sonst noch zu den beschriebenen Vorkommen in den Knien von Friesen?
Ich danke Euch für die Hinweise.
Viele Grüße,Michl
Ich auch nicht, kenne 3 Friesenbesitzer hier und davon habe ich noch nie gehört. Vielelicht einfach mal einen anderen Tierarzt noch dazu holen, wenn ihr euch unsicher seid.
Das Kniescheibenproblem kenne ich bei vielen Pferden - speziell bei Friesen habe ich aber auch noch nichts davon gehört.
Oft ist das ein vorübergehendes Phänomen im Wachstum, ab und an liegts auch am Futter- und Muskulatur-Zustand (auch meist bei jungen Pferden)aber manche Pferde haben eben laxe Kniescheiben.
Wenn Stuti damit Probleme hat, würde ich mir in jedem Falle eine 2. Meinung einholen. Und dazu vielleicht jemanden suchen, der schon oft damit zu tun hatte (Arzt der Tierklinik?).
Manchmal nützen einfach spezielle Übungen, um die Sache zu stabilisieren, manchmal ein Unterspritzen der Kniescheibe und bei manchen nutzt auch nur eine Kniescheiben-OP (hatten wir gerade nebenan - war rel. unproblematisch, Pferd wird nach 14 Tagen schon wieder im Schritt leicht gearbeitet).
Hallo,
das Problem tritt bei einigen Rassen eher auf als bei anderen, ich kenne das von schwereren Pferderassen, bei ihnen tritt das häufiger auf als bei anderen Pferden. Scheint auch bei Friesen öfter vorzukommen.
"Es ist besonders darauf zu achten, dass keine Kniescheibenluxation besteht."
link: http://friese.pferderassen.net/
Es stimmt, dass sich das bei jungen Pferden "rauswachsen" kann; trotzdem sollte man schauen, woran liegt es, dass es "harkt". Sind die Kniebänder zu kurz oder zu lang, etc?
Du kannst im Netz mal nach "Patellaluxation" suchen, da gibt es viele Erfahrungsberichte und eventuelle Behandlungsmethoden falls sich das Problem nicht mit Training gibt. Wichtig ist dass die Muskeln der Hinterhand gestärkt werden um die Knie zu stabilisieren.
LG!
Vermutlich meinst Du eine habituelle Patellafixation, die wird auch gern mal als Patellaluxation bezeichnet, auch wenn das an sich nicht korrekt ist. Bei Friesen habe ich das auch gesehen, daß es allerdings friesentypisch ist, würde ich nicht sagen. Kommt vermehrt bei besonders geraden Hinterbeinen (wenig Winkelung) vor, und kann wenn es sich nicht verwächst (denn sowas tritt häufig im Wachstum auf, ist dann phasenweise recht schlimm, kann dann aber besser werden oder tatsächlich auch wieder weggehen). Ich kenne es besonders häufig bei Shettys.
Grundsätzlich gibt es da drei Wege, es zu behandeln. Erstens, häufig hilft es schon, wenn man das Pferd gut trainiert und ihm ggf. noch was muskelaufbauförderndes füttert. Die Patellasehne ist die Sehne des M. quadriceps, und wenn dieser Muskel gut trainiert ist dann hilft das häufig schon, das Problem zu beheben.
Man kann dann auch das Knieband anspritzen (cave, nicht das Band an der Patella / am M quadriceps), und das Pferd dann gezielt mit viel Schritt bewegen. Das anspritzen provoziert eine Entzündung im Sehnengewebe des Bandes, und wenn das Pferd dann weiter gezielt im Schritt bewegt wird, dann kann durch das auflösen der Fasern (durch die Entzündung) erreicht werden, daß das Band sich verlängert, und damit ist das Problem auch häufig behoben.
Die dritte Möglichkeit würde ich immer erst wählen, wenn nichts anderes mehr hilft, denn das wäre eine operative Durchtrennung des Kniebandes, welches man angespritzt hat (schon um zu sehen, ob das dem Pferd hilft, hilft das nicht, wäre die OP nicht von Nutzen).
Wenn das Band tatsächlich zu lang ist, wäre die gleiche Behandlung möglich wie oben, man kann auch hier das Band anspritzen, dann das Pferd aber "stramm" stehen lassen. Durch die Entzündung OHNE Belastung zieht sich das Sehnengewebe nämlich etwas zusammen, und das Band wird kürzer.
Vielleicht konnte ich Dir ja etwas helfen.
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Verfasst am: Mo, 26.4.2010, 21:25
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