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BeitragVerfasst: 08.12.2005, 10:02 
Hallöchen,
also ich glaub wenn du dich da jetzt etwas dransetzt und eine gute Therapie bekommst und dich dran hälst kannst du das Pferd bestimmt wieder reiten. Der Wallach von einer Freundin war kurz vor dem Ausschuhen während seiner Rehe (Futterrehe, der Stallbesitzer hatte die Hafertonne nicht wieder verschlossen und er hat diese fast leer gefressen). Nun hat er einen Rehebeschlag und läuft wunderbar damit. Ab und zu springt sie sogar eine wenig. Mußt nur schnell reagieren und viel Geduld haben. Die Hufbeinabsenkung würd ich aber wirklich abklären, denn das muß der Schmied wissen damit er helfen kann. Viel Glück!
-das kann übrigens auch eine Belastungsrehe sein. Dabei reicht schon ein leichtes vertreten aus!


 
BeitragVerfasst: 08.12.2005, 15:46 

Alter: 27
Hm...
Ne Antibiotikakur zur Blutverdünnung?! Das klingt für mich sehr seltsam.
Interessant wäre zu wissen, wie alt dein Hotti ist und was für eine Rasse. Grundsätzlich gillt ja Hufe schön feucht und kalt halten, sowohl bei Rehe als auch bei Huflederheutentzündung. Das kannst du ja auf jeden Fall tun. (Matschpaddock)
Ansonsten sollte die Frage der Absenkung auf jeden Fall schnell geklärt werden. Davon wäre dann ja auch abhängig, wie das mit dem Beschlag ist. Ich würde das mal langsam angehen, weil ich denke, dass oft zu schnell beschlagen wird, wo es nicht unbedingt nötig oder eventuell sogar schädlich ist. (Im Sinne der Selbstheilungschancen) Ich würde mich da an einen Tisch mit einem Ostheopathen und einem guten Hufschmied/pfleger setzen und mich da in aller Ruhe beraten lassen. Den Tierarzt würe ich bei der Beschalgsfrage außen vor lassen, die haben da meißt recht wenig Ahnung.
Ich denke mal schon, dass du dein Hotti wieder reiten kannt, wenn du das ganze langsam angehst und ihm die nötige Ruhe lässt.

Berichte mal bitte, wie das weitergeht, würed mich sehr interessieren!

LG


 
BeitragVerfasst: 11.12.2005, 18:39 

Alter: 41
Also...wenn es Hufrehe ist - wonach es für mich aussieht, heisst das nicht zwangsläufig, dass Du Dein Pferd nicht mehr reiten kannst.

Woher die Rehe kommt? Da gibt es viele Möglichkeiten - das mit Eiweisüberschuss ist eine überholte Weisheit - so was kann auch ohne erkennbaren Anlass kommen. :wink:

Allerdings nur auf die Weide stellen, wäre Gift für Dein Pferd. Dein Pferd muss Energie verbrauchen, damit sich kein Energieüberschuss entwickeln kann, der Dir eine Futterrehe auslösen würde. :wink: Kraftfutter hast Du sicherlich eh schon gestrichen und statt nur Heu lieber Heu-Stroh-Mischung. :wink: Jedes Kilo weniger tut Deinem Pferd momentan gut. :wink:

Antibiotikakur? Equipalazone oder Hippopalazone wird Dein Hottie kriegen - Blutverdünner und Antibiotika. Das ist normal bei einem akuten Schub. :wink: Du kannst Knoblauch und Löwenzahnblätter in Maßen dazufüttern, das verdünnt auch das Blut und reinigt gleichzeitig das Blut. :wink:

Wegen Spezialbeschlag brauchst Du einen kompetenten Schmied. Nicht jedes Rehepferd braucht einen Beschlag.... :wink:

Auf jeden fall lass den Kopf nicht hängen - Dein Pferd packt das schon und dann musst Du einige Dinge ändern oder überdenken. Deswegen muss das noch nicht das Ende aller Freude sein. :wink: *Kopf hoch*

Noch was - Röntgenbilder auf jeden fall machen lassen, auch falls später wieder mal etwas sein sollte - zum vergleich....ach ja, Hufbein senkt sich IMMER ab bei Hufrehe, nur je nach Schweregrad mehr oder weniger....

Wie geht´s Deinem Pferd denn jetzt? Was sagen TA und Schmied?

@Mephisto - bei was gibst Du mir recht? Habe ja einen Roman geschrieben.... :mrgreen:


 
BeitragVerfasst: 05.01.2006, 19:03 
Hey,
stimmt, Huflederhautentzündung ist Hufrehe *g* :D Die Hufrehe ist eine massive Form der Stoffwechselerkrankung. Es handelt sich hierbei um eine nicht eitrige Entzündung der Huflederhaut, die durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden kann. Am häufigsten sind die beiden vorderen Hufe betroffen, seltener die beiden hinteren. Sie entsteht durch zu eiweißreiches Futter, im meißten Falle oder durch ernste Koliken oder wenn es verschiedene Hufreheerkrankungen gab. Also durch Schotterwege, nee, da ist das glaube ich nicht entstanden *g*
Im Frühjahr Mai/Juni sind die Wiesen durch das erste junge Gras (Düngung) sehr eiweiß- und nährstoffreich. Viele unbedarfte Pferdebesitzer bringen ihre Pferde nach einer langen Stallsaison im Winter sofort auf die Weiden. Die Pferde können dann nach Belieben frisches Gras fressen. Der Verdauungstrakt kann diesen plötzlichen Eiweißschock nicht verkraften, die daraus entstehende Vergiftung verursacht eine Entzündung im Huf. Diese führt zu einer Schädigung der kleinen Blutgefäße in der Lederhaut, die wiederum Flüssigkeit austreten lassen. Dadurch kommt es zu einer Flüssigkeitsansammlung im Bereich der Zehenwand. Die Folgen sind: hochgradige Schmerzen, viel Wärme und. Pulsaktion (Arterie am Rohrbein tastbar). Das Pferd sollte bei der Hufrehe kein Weidegras erhalten. Durch die Hufrehe entsteht ein rasches und krankhaftes Hornwachstum, daher müssen sie häufiger geschnitten und korrigiert werden. Besonders wichtig ist neben der Symptombehandlung die Regeneration des Stoffwechsels und eine optimale problemgerechte Versorgung des Pferdes. Hier ist der Einsatz spezieller Kräutermischungen besonders wirksam und wichtig, um diese Problematik langfristig in den Griff zu bekommen:
Die Entgiftung des gesamten Körper des Pferdes, insbesondere die Leber und die Nieren, hat hier absolute Priorität.
Zusätzlich muß der Stoffwechsel angeregt werden und eine Durchblutungssteigerung und Herzstärkung erreicht werden.
Hier haben sich flüssige Kräutertinkturmischungen als Intensivanwendung wie (Brennnessel, Gingko, Goldrute, Mariendistel, usw.) (z.B. cdVet Rehe-EX) bewährt, die ernährungsbedingt den Körper diesbezüglich hervorragend unterstützen. Zur Dauerhaften Unterstützung haben sich Strukturkräutermischungen wie Huffitness zur dauerhaften Unterstützung bewährt. Zudem ist besonders in einer Problemsituation wir Hufrehe eine ausgewogene und verträgliche Versorgung mit Spurenmineralien und Mikronährstoffen (optimal: Micromineral) für das Pferd ein wichtiger Baustein. Abschließend ist zu diesem Thema zu festzustellen: die kontrollierbaren Ursachen sollten verhindert bzw. abgestellt werden. Die Ernähung eines bereits betroffen Pferdes sollte „mager“ (eiweißarm) und zudem ausgewogen sein. Eine gute und routinemäßige Gesundheits- und Hufpflege sowie ein rein natürliches Fütterungskonzept bildet hier das Fundament zum dauerhaften Erfolg.


 
BeitragVerfasst: 07.01.2006, 20:33 

Alter: 41
@Lexa - hast Du das abgeschrieben? :wink:

Sorry, aber Deine Quelle ist nicht up to date - Eiweisüberschuss als Futterreheauslöser ist eine alte Theorie, die in den wenigsten Fällen trifft. :wink: Auslöser von Futterrehe ist in den meisten Fällen Fruktan und das ist ein Kohlehydrat. :wink:


 
BeitragVerfasst: 09.01.2006, 21:34 
Nein, hab ich vom Tierarzt, hab das mit der Hufrehe schon oft genug durchgemacht und mir stichpunkte gemacht :D außerdem hat mir der tierarzt ein prospekt dagelassen, da steht das drin.


 
BeitragVerfasst: 09.01.2006, 21:35 
Eiweißüberschub ist aber ziemlich oft der auslöser, bei meinem war es der auslöser! Der Tierarzt bestätigt das. :wink: na ja, jedem das seine.


 
BeitragVerfasst: 10.01.2006, 13:09 

Alter: 41
@Lexa - der TA, den Du nicht mehr holst, weil er inkompetent ist? :roll:


 
BeitragVerfasst: 20.01.2006, 23:42 
1. würde ich röntgen lassen
2. würde ich ganz genau überlegen, woher es kommen kann, um die Ursache nach Möglichkeit abzustellen (lt. meiner TÄin war bei einer ihrer Patientinnen die Rehe durch verpilztes Heu ausgelöst - der Pilz war so nicht feststellbar, wurde erst durch Laboruntersuchungen der Futtermittel herausgefunden.)
Es gibt unendlich viele Möglichkeiten und es ist nicht immer einfach auszuloten, was im konkreten Fall die Ursache ist. Gibt nicht nur die klassischen wie Belastungs-, Futterrehe, Nachgeburtsverhaltung etc. sondern auch Auslöser wie Allergien, Medikamentenunverträglichkeiten usw.
Bin ja auch Rehegeschädigte mit einer Stute, deren Hormonstoffwechsel gestört ist und die noch dazu Cushing hat.

3. würde ich mir das Buch "Hufrehe - Vermeidung, Früherkennung, Heilung" aus dem Müller Rüschlikon Verlag zulegen. Ist von 2002, also aktuell und meines Erachtens eines der besten Nachschlagewerke zu diesem Thema.
Das Thema wird dich nämlich wohl dauerhaft beschäftigen, da bei Rehepatienten grundsätzlich immer "aufgepaßt" werden muß, selbst wenn sie jahrelang schubfrei sind, kann trotzdem plötzlich ein Schub auftreten.

4. Vorsicht mit längerdauernder Medikation mit Phenylbutazon! Es gibt TÄe, die behaupten, selbst jahrelange(!) Gabe wäre nicht schädlich. Es gibt aber auch andere, die dieses Mittel nur beim akuten Schub anwenden, weil die dauerhafte Anwendung u.a. die Nieren schwerwiegend schädigen kann. In der Humanmedizin ist dieser Wirkstoff aus diesem Grunde vor einigen Jahren verboten worden.

5. Mach einen Termin mit TA (mehrere Meinungen sind auch nicht schlecht) UND Hufschmied zusammen. Bekommst du nämlich den ersten Schub gut in den Griff, bevor sich zu viel verändern kann, hast du die besten Chancen, wiederkehrende schmerzhafte Schübe, deren Behandlung auf Dauer auch noch sauteuer werden kann, zu vermeiden.


 
BeitragVerfasst: 27.03.2006, 21:38 

Alter: 28
Besser spät als nie...

Es ist jetzt ca. 4 Monate her, seit ich hier um Hilfe gebeten habe und so lange hat es auch gedauert, bis ich jetzt mal was positives schreiben kann:
Also erst mal DANKE an alle, die sich die Mühe gemacht haben zu antworten. Die vielen Ratschläge haben geholfen!
Jessy ist nach Monaten des Bangens nun aus der Gefahrenzone draussen! Sie läuft wieder munter umher (mit Spezialbeschlag) und es geht ihr soweit gut. Die Entzündung ist noch nicht ganz draussen, aber das wird auch noch. Leider hat sich das Hufbein ziemlich abgesenkt, aber immerhin ist der Zwischenraum zur Sohle noch groß genug, ein Ausschuhen oder ähnliches muss ich im Moment nicht befürchten. Natürlich bleibt wie bei allen Rehepferden die Angst vor einem neuen Schub, aber im Moment geht es ihr gut und ich tue mein Möglichstes, dass das auch so bleibt.


 
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