"Kleberei" in kleiner (Mini)Herde

Dieses Thema im Forum "Pferdehaltung" wurde erstellt von Farbklecks2016, 12. Juli 2016.

  1. Farbklecks2016
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    Farbklecks2016 Amateur

    Immer wieder sieht man ja eine Koppel, auf der 2 Pferde stehen. Direkt bei mir gegenüber am Haus zum Beispiel funktioniert das auf den ersten Blick ganz gut. 2 Pferde, gehören den Töchtern eines Nachbarn, die Pferde werden ausschließlich gemeinsam bewegt, also sind nie getrennt. Was passiert, wenn man einen der beiden wegnähme, habe ich noch nicht gesehen. Ich denke aber, es gebe großes Theater. Die beiden kleben tatsächlich sehr aneinander, logisch.
    Eine Freundin von mir hält ihre beiden auch zu zweit, auch am Haus. Sie hat die größten Probleme. Wenn sie reiten will, geht der andere durch die Zäune, es endet meist in einer mehr oder weniger schlimmen Katastrophe.
    Ich habe es bislang erst einmal gesehen, dass das für ein Pferd okay war, als das andere kurzweilig spazieren war, und zwar bei einer weiteren 2er Herde bei uns im Dorf. Das Pferd ist allerdings auch sehr alt (29) und sehr mit sich im Reinen wie es scheint. Sah aus, als sei er froh, dass der Jungspund (2-jährig) ihn mal 30 Minuten nicht nervt :). Ist doch aber blöd - der Kleine will ständig toben, der Alte kann sich kaum auf den Beinen halten.

    Zusammengefasst habe ich das selten gesehen dass eine Zweierhaltung funktioniert, insbesondere wenn Jährlinge, die halt unsicher sind, beteiligt sind. Ist doch dann irgendwie blöd, und vor allem stressig für die Pferde oder wie ist eure Meinung?
    Das kann funktionieren, wenn die beiden Pferde ungefähr ein Alter haben und gemeinsam versorgt werden. Aber auch die müssen doch mal vielleicht in die Klinik oder sonst was.

    "Klebende" Pferde sind doch gestresst wenn der andere weg ist und fühlen sich verlassen. Sie können zwar lernen, dass der andere wiederkommt, aber stressig ist das doch, oder seht ihr das anders?

    Finde es Sünde wenn ich das bei meiner Freundin sehe, da wird geschrien wie am Spieß und über Zäune gegangen und dabei verletzen sich die Pferde oft. Stress pur, für alle. Immer wieder. Und sie wurde auch schon oft verletzt, weil der Lütte sie übern Haufen gerannt hat in Panik. Bislang hat bei ihr auch nicht „Selbstbewusstsein des Pferdes oder die Bindung zwischen Reiter und Pferd stärken durch Bodenarbeit etc.“ o.ä. geholfen.

    Habt ihr andere Erfahrungen gemacht als ich? Fände ich spannend.
     
  2. minuette
    Offline

    minuette ...außer Konkurrenz

    Ich hatte ja lange Zeit auch "nur" Max und eben Snoopy. Max alleine zu lassen war kein Problem, aber Snoopy hätte das ganze Dorf in Einzelteile zerlegt. Dann musste ich Max einschläfern lassen und habe Snoopy danach (Max lag natürlich nicht mehr dort, wo er eingeschläfert wurde) rund 1 Stunde alleine gelassen, weil wir einen Hänger holen mussten. Mir war nicht ganz wohl dabei, aber er hat nichts geschrottet.

    Nach dem Umzug in den jetzigen Stall (insgesamt 6 Pferde), dachte ich mir nur "Na, das kann was werden, wenn da ein Pferd zum Reiten runtergeholt wird", aber wider Erwarten war er ganz artig, auch als seine heißgeliebte Stute zum Reiten geholt wurde. Ich hätte vermutet, dass er spätestens da alles dem Erdboden kleinmacht, um hinterherzulaufen.

    Wie gesagt, vorher als er alleine mit Max stand, hätte ich mir nie getraut, mit Max wegzureiten.

    Wir hatten früher einen echten Kleber im Pensionsstall, für den ging die Welt unter, wenn irgendein Pferd weggeholt wurde. Glücklicherweise ging er nicht über Zäune, aber er rannte die ganze Zeit am Zaun hoch und runter und schrie sich die Seele aus dem Leib. Bei dem denke ich schon, dass er mega gestresst dadurch war. Allerdings lief er immer in der großen Herde und blieb nicht ganz allein zurück. Was also hätte man machen können außer ihn mitzunehmen? Allerdings: Das Pferd gehörte nicht mir und auch nicht meinen Mitreitern, sondern dem Sohn des Hofbesitzers, der wenn überhaupt, alleine ausritt. Also musste man es so hinnehmen, dass sich der Wallach da so stresste.

    Die Frage bei Leuten, die nur zwei Pferde haben, ist ja immer: Kauft man jetzt noch ein drittes Pferd, nur, damit eins nicht alleine ist? Das ist ja vielfach finanziell schon gar nicht möglich und oftmals ist man froh, wenn man den zwei vorhandenen gerecht wird. Ist eine schwierige Situation...
     
  3. Jungmama
    Offline

    Jungmama Gast

    Also meine beiden Louis und Pünktchen (8 und 27) halte ich auch alleine bei uns am Haus. Ich mache auch sehr viel mit beiden zusammen (nur momentan nicht da Pünktchen krank war und jetzt wieder "antrainiert" wird), aber wenn ich mal mit Pünktchen spazieren gehe (gehe ja momentan einzeln mit ihm), dann schaut Louis uns zwar hinterher und wiehert 2-3 mal, danach frisst er ganz normal weiter. Wenn ich mit Louis raus gehe, dann macht Pünktchen schon ein bisschen mehr Theater, was aber höchstwahrscheinlich daran liegt, das er sehr an mir hängt, weil wenn jemand anderes mit Louis geht, dann schaut er kurz und wiehert 1-2 mal und dann ist gut. Dieses Theater macht er aber auch wenn ich aus dem Haus gehe um z.B. meine Kinder aus der Kita zu holen. Das Theater sieht bei Pünktchen so aus, das er ganz aufgebracht am Zaun hin und her läuft und dabei lauthals Wiehert, sobald ich außer Sichtweite bin ist er ruhig.
     
  4. armanda
    Offline

    armanda Reitgott

    Wir hatten früher eine dreiergruppe die immer zusammen draußen stand, aber ohne sichtweite zu anderen pferden. Einen holen war völlig problemlos, einen allein zurücklassen eher weniger. Da einer davon sehr alt war und so gut wie blind, einerne schwere verletzung auskurierte und der dritte nen magenpatient war, wollte keiner irgendein risiko eingehen. Im zweifel mussten alle rein und später wieder alle raus.
    Sobald sie auf einer der anderen weiden standen, wo sie andere pferde sahen konnte man aber ohne probleme zwei holen und den dritten zurück lassen.
    Keiner bei uns im stall macht theater wenn ein zwei koppeln weiter pferde stehe und er selber allein ist. Komplett allein ist es aber nur ne handvoll die völlig ruhig bleibt.
    Mit nur zwei pferden kann es in der tat schwer werden. Hatte gott sei dank wo ich ne zeitlang zwei hatte gar kein problem einen allein zu lassen, da sie sich zwar toleriert haben aber ansonsten keinerlei gefühle für einander hegten und beide sehr selbstbewußt und eigenständig waren. Aber ist denk ich schon eher die ausnahme.
     
  5. Sanny82
    Offline

    Sanny82 ...außer Konkurrenz Moderator

    Oh ja das kenne ich auch noch als ich nur Rolex und Tabaluga hatte bei uns am Haus.
    Keinen von beiden konnte ich ganz allein lassen und einfach ausreiten gehen. Rolex ist dann aufgeregt hin und her gelaufen und hat gewiehert und Tabbi war genauso. So hatte ich mir angewöhnt einfach mit Handfperd reiten zu gehen. Problem gelöst und gleichzeitig beide Ponys bewegt. ;)
    Einen allein wegholen und am Stall fertig machen war kein Problem, allerdings konnten sie vom Padock aus auch fast immer den andern sehen.

    Nun bei 4 Pferden ist es gar kein Thema mit einem allein ausreiten zu gehen. Rolex wiehert immer 1-3 mal hinterher, aber steht ruhig und wartet. Allein ausreiten geht nur mit Rolex wirklich gut. ;) Tabbi ist allein im Gelände nervig und hampelig, da muss ich einen der Hunde dabei haben, dann gehts. Mit Lümmel und Henry haben wir noch nie allein probiert ausreiten zu gehen. Bzw. mit Henry einmal, da war Lars aber mit Rad mit.
     
  6. aimeeliese
    Offline

    aimeeliese ...außer Konkurrenz Moderator

    Meine beiden Damen stehen zusammen in einer Laufbox und kennen sich auch schon seit knapp 19 Jahren. Beide wiehern natürlich wenn der andere raus geht, aber es hält sich in Grenzen. Wobei Aimee deutlich ruhiger ist als Kiko. Die ist halt anders gestrickt, als das Quarterlein ...
     
  7. Schuengal
    Offline

    Schuengal Amateur

    Meine beiden Pflegeponys werden auch nur zu zweit auf einem Paddock gehalten. Der Grund die ältere hatte Rehe und darf nicht mehr auf Weide. Daher steht ihre 3 jährige Tochter bei ihr. Ich finde das keine so schöne Lösung. Erstens hat die dreijährige keinen Spielkameraden, da die Mutter 20 ist. Nimmt man nur einen von ihnen raus ist der andere nur am rum rennen und wiehern. Ist echter Stress.
    Aber eine andere Lösung haben wir leider nicht.
     
  8. Lucy
    Offline

    Lucy Fribi Fan

    Das kommt extrem auf die Pferde an. Meine Kleine hat kein Problem mit dem alleine bleiben (sie entscheidet sich z.b. jeden Tag dafür nicht von der Koppel zu kommen, wenn wir die andern rufen). Die verschwinden dann hinter der Scheune, kommen in die Boxen und sie bleibt draussen auf dem Grass. Stört sie nicht. Auch alleine Ausreiten, Spazieren ist kein Problem. Hängerfahren alleine, haben wir nun auch hinter uns. Sie war ganz zufrieden, bis ein zweiter Hänger vor uns fuhr, dessen Pferd laut gewiehert hat immer wieder. Da hat sie ca. 2 Mal geantwortet, aber sonst nichts gemacht. War weder verschwitzt noch sonst was. Sie war glücklich mit Heu fressen beschäftigt.

    Sie stand sogar einmal eine Nacht alleine (Pferde warne auf dem Hof, aber nicht in Sichtweite). Das war alles ein sehr unglücklicher Zufall. Pony störte das aber nicht. Ich habe rund 20m entfernt bei offenem Fester geschlafen und sie hat nie gewiehert oder sonst einen Ton von sich gegeben. Ich bin Nachmittags da angekommen. Der Kurs hat eigentlich erst am Tag darauf angefangen, aber eine Teilnehmerin hätte theoretisch schon am Vorabend kommen wollen. Damit Pferdi nicht alleine ist, bin ich auch schon am Tag zuvor gekommen - nur leider hatten sie unterwegs eine Panne. Sie kamen dann erst um 7 Uhr am Morgen an. Hätte ich es gewusst, wäre ich noch Zuhause geblieben mit meiner Kleinen, aber erst hiess es noch, sie kommen gegen Mitternacht an, aber dann war es dann doch anders... Habe es aber erst am nächsten Morgen mitgekriegt, dass Abends kein zweites Pferd neben meiner steht. Sonst hätte ich auf dem Hof gefragt, ob man meine irgendwie in Sichtdistanz zu einem andern stellen könnte oder eines der Pferd zu meiner in den Stalltrakt. Aber gut, ich weiss jetzt, dass sie das sehr gelassen nimmt. Sie war schon immer der Einzelgänger, auch wenn für Pferde sehr untypisch.
     
  9. henryjoecotton
    Offline

    henryjoecotton ...außer Konkurrenz Moderator

    ich hatte (mit ausnahme von vier jahren, in denen ich drei pferde hatte) auch immer nur zwei. und ich wollte NICHT davon abhängig sein, immer nur ausreiten zu können, wenn jemand das zweite pferd reiten konnte. davon abgesehen, finde ich es auch schön mal alleine zu reiten.

    henry joe war sieben monate (damals wurde noch nicht über fohlenherde etc. groß gesprochen) und hat natürlich anfangs theater gemacht wenn meine stute geritten wurde (ihr machte es nichts aus, alleine vom hof zu gehen oder alleine zurückzubleiben). ich hab ihn in den stall gesperrt, damit er nicht durch den zaun gehen konnte. ich bin auch viel mit ihm alleine spazieren gegangen. er hat sich dann recht schnell an diese situationen gewöhnt, dass ich ihn auf der weide lassen konnte. es wurde ab und zu gewiehert, ansonsten war aber ruhe.

    bei chica hab ich es nach wenigen monaten schon so gemacht, dass wir sie ganz bewusst alleine zurückgelassen haben. erst nur wenige minuten und dann immer länger. das hat recht problemlos geklappt. es war nie ein problem, eins der pferde vom hof zu reiten oder eins alleine zurückzulassen.

    ich finde es wichtig, dass man das konsequent übt und habe kein verständnis dafür, wenn man das risiko eingeht, dass sich ein pferd verletzt, weil es so verzweifelt ist, dass es ausbricht. dadurch können ja schlimmstenfalls auch unfälle mit menschen passieren. und was ist, wenn das andere pferd - beispielsweise - ein paar tage oder auch nur einen tag mal in eine klinik muss? bleibt das andere pferd in der ganzen zeit im stall und zerlegt den? verletzt sich da vielleicht?

    man kann das durchaus üben.
     
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  10. Bo
    Offline

    Bo ...bald im Olymp

    Sowas kann man ja trainieren.
    Ich hatte auch mal nur 2 Pferde im Offenstall.
    Ein Shettymix und mein Araber.
    Die kleine Stute rannte dann einfach durch den Ezaun und verfolgte uns. Als ich an der Stelle wo sie immer durch flitzte dann ein Holztor installierte war das Thema erledigt und ich konnte auch alleine Ausreiten.
    Wenn wir erst einmal außer Sicht waren war das Stütchen dann auch recht ruhig und hat wieder gefressen.
    Meinen Großen konnte man auch allein lassen. Der hat sich zwar aufgeregt und gewiehrt, ist etwas herumgetobt und fand das doof, blieb aber innerhalb der Zäune.
     
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